Eine Benutzeroberfläche bestimmt, wie Menschen Befehle und Daten in einen Computer eingeben und wie das System Informationen ausgibt. Sie bildet damit die wahrnehmbare und bedienbare Schicht zwischen Mensch und Technik.
Bereitgestellt wird die Oberfläche meist durch das Betriebssystem oder ein Anwendungsprogramm. Ihr Ziel ist es, technische Funktionen zugänglich zu machen und die Bedienung so eindeutig, effizient und fehlertolerant wie möglich zu gestalten. Der allgemeinere Begriff Benutzerschnittstelle beziehungsweise Human Machine Interface schließt auch die Interaktion mit Maschinen und Geräten außerhalb klassischer Computersysteme ein.
Entwicklung der Bedienkonzepte
Frühe Computersysteme wurden überwiegend über Texteingaben bedient. Bei einer befehlsorientierten Benutzeroberfläche, dem Command Line Interface (CLI), gibt der Benutzer Kommandos mit festgelegter Syntax ein. Das textbasierte Character User Interface (CUI), wie es unter anderem bei älteren Systemen verwendet wurde, ergänzte solche Eingaben durch textuelle Menüs und Tastenkombinationen.
Mit zunehmender Rechenleistung und der Verbreitung des Personal Computers entstanden visuelle Bedienkonzepte. Das Graphical User Interface (GUI) stellt Funktionen über Fenster, Icons, Menüs, Menüleisten und Schaltflächen bereit. Für Rückfragen und Einstellungen dienen häufig Dialogfelder.
Wichtige Arten von Benutzeroberflächen
CLI und textbasierte UI
Befehle werden über Text und Tastatur eingegeben. Das ermöglicht präzise Abläufe und Automatisierung, setzt aber Kenntnisse der Kommandos voraus.
Grafische Oberfläche
Fenster, Symbole, Menüs und direkte Rückmeldungen machen Funktionen sichtbar und unterstützen eine visuell geführte Bedienung.
Touch und Gesten
Touchscreens, Multi-Touchscreens und Touchpads erkennen Berührungen sowie Bewegungsmuster.
Sprache und natürliche Eingabe
Voice User Interfaces und Natural User Interfaces verarbeiten Sprache, Gesten oder andere natürliche Eingaben.
Eingabe, Ausgabe und Rückmeldung
Zu den verbreiteten Eingabegeräten gehören Tastatur und Maus. Mobile Geräte und interaktive Anzeigen nutzen vor allem berührungsempfindliche Flächen. Sprachbasierte Systeme verarbeiten gesprochene Eingaben über Sprachsteuerung; Conversational User Interfaces gestalten die Bedienung als sprachlichen oder textlichen Dialog.
Eine verständliche Oberfläche bestätigt Eingaben, zeigt Warte- oder Fehlerzustände und macht deutlich, welche Aktionen gerade möglich sind. Grafische Systeme können unpassende Befehle ausblenden oder deaktivieren. Diese Rückmeldung ist ein wesentlicher Teil der Interaktion, weil Benutzer dadurch den Zustand des Systems einschätzen können.
Barrierefreiheit und alternative Schnittstellen
Barrierefreie Benutzeroberflächen berücksichtigen unterschiedliche sensorische, motorische und kognitive Voraussetzungen. Dazu gehören beispielsweise Tastaturbedienbarkeit, gut erkennbare Kontraste, skalierbare Inhalte, verständliche Beschriftungen und die Unterstützung assistiver Technik. Entscheidend ist, dass Informationen nicht ausschließlich über Farbe, Ton oder eine einzelne Eingabeform vermittelt werden.
Eine besondere Form bilden Brain Computer Interfaces (BCI). Sie erfassen bestimmte Gehirnsignale und übersetzen diese in Steuerinformationen. Solche Schnittstellen unterscheiden sich technisch deutlich von üblichen grafischen oder sprachgesteuerten Bedienkonzepten.