Informatik & elektronische Schaltungen

Zufallsgenerator

Ein Random Number Generator (RNG) erzeugt Zahlenfolgen, deren Werte nicht ohne Weiteres vorhergesagt werden können. Je nach Verfahren entstehen sie algorithmisch oder aus physikalischen Zufallsquellen.

Englisch: random number generatorAbkürzung: RNGAktualisiert: 14.08.2026
Elektronische Leiterplatte zur Veranschaulichung eines Zufallsgenerators bei IT Wissen
Kurzdefinition

Ein Zufallsgenerator ist eine elektronische Schaltung oder ein Algorithmus, der Zufallswerte beziehungsweise zufällig wirkende Zahlenfolgen bereitstellt.

Wie ein Zufallsgenerator arbeitet

Zufallsgeneratoren lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen. Pseudozufallszahlengeneratoren berechnen ihre Werte deterministisch aus einem Startwert. Physikalische Zufallsgeneratoren erfassen dagegen schwer vorhersagbare Vorgänge und wandeln diese in digitale Werte um.

Ein algorithmisches Verfahren kann beispielsweise ein Linear Feedback Shift Register (LFSR) verwenden. Es erzeugt lange Bitfolgen mit statistisch brauchbaren Eigenschaften, bleibt aufgrund seiner festen Rechenregeln jedoch reproduzierbar. Deshalb eignet sich ein einfaches LFSR nicht allein für alle sicherheitskritischen Zwecke.

Quelle erfassen

Ein schwer vorhersagbares physikalisches oder statistisches Ereignis liefert das Rohsignal.

Signal aufbereiten

Verstärkung und Schwellwertbildung machen die Schwankungen digital auswertbar.

Werte gewinnen

Impulse oder Bits werden gesammelt, geprüft und zu Zufallszahlen zusammengesetzt.

Physikalische Zufallsquellen

Echte Zufallswerte können aus statistischen Ereignissen oder physikalischen Vorgängen abgeleitet werden. Als Quelle kommt etwa elektronisches Rauschen infrage. Auch andere aus einem stochastischen Prozess gewonnene Signale können verwendet werden.

Eine mögliche Schaltung verstärkt zunächst kleine Rauschspannungen. Ein nachgeschalteter Schmitt-Trigger formt die unregelmäßigen Schwankungen zu klaren Impulsen. Anschließend kann ein Zähler diese Ereignisse innerhalb definierter Zeitfenster erfassen und daraus Zahlenwerte bilden.

Gibt ein Generator einzelne Binärwerte statt vollständiger Zahlen aus, wird er als Random Bit Generator (RBG) bezeichnet. Das erzeugte Bit ist dabei die elementare Einheit für nachfolgende kryptografische oder statistische Verfahren.

Echter Zufall und Pseudozufall

Pseudozufallszahlengenerator

Ein Pseudozufallszahlengenerator startet mit einem sogenannten Seed und berechnet daraus eine Folge. Derselbe Seed führt bei unverändertem Algorithmus wieder zur gleichen Sequenz. Diese Reproduzierbarkeit ist bei Simulationen und Softwaretests nützlich.

Physikalischer Zufallsgenerator

Ein physikalischer Generator gewinnt Entropie aus einem gemessenen Vorgang. Die Rohdaten müssen auf Verzerrungen, Ausfälle und Abhängigkeiten geprüft werden. Häufig werden sie zusätzlich nachbearbeitet, bevor sie als Zufallswerte dienen.

Typische Anwendungen

Zufallsgeneratoren werden in der Informationstechnik überall dort benötigt, wo Vorhersagbarkeit vermieden oder eine realistische Streuung modelliert werden soll. Dazu zählen Simulationen, Mess- und Testverfahren sowie Systeme für Sicherheit und Authentifizierung.

In kryptografischen Anwendungen liefern geeignete Generatoren Ausgangswerte für Schlüssel, Nonces, Salt-Werte oder Passphrasen. Weitere Einsatzfelder sind Verschlüsselungsverfahren, Hardware Security Modules (HSM) und Scrambling. Für solche Aufgaben sind geprüfte Generatoren und ausreichend Entropie entscheidend.

Was bei RNGs wichtig ist

Die Eignung eines Generators hängt nicht nur vom Algorithmus ab, sondern auch von Zufallsquelle, Prüfung und vorgesehenem Einsatz.

Entropiequelle

Physikalische Quellen müssen genügend schwer vorhersagbare Information liefern und zuverlässig überwacht werden.

Statistische Qualität

Tests können auffällige Verteilungen und Abhängigkeiten erkennen, beweisen allein aber keine kryptografische Sicherheit.

Anwendungszweck

Simulation, Testtechnik und Kryptografie stellen unterschiedliche Anforderungen an Geschwindigkeit, Reproduzierbarkeit und Schutz.

Häufige Fragen

Kompakte Antworten zu Begriffen, Verfahren und Einsatzgrenzen von Zufallsgeneratoren.

Was bedeutet RNG?

RNG steht für Random Number Generator, auf Deutsch Zufallsgenerator. Gemeint ist Hardware oder Software, die zufällige beziehungsweise zufällig wirkende Werte erzeugt.

Was ist der Unterschied zwischen echtem und pseudozufälligem Zufall?

Physikalische Generatoren messen schwer vorhersagbare Vorgänge. Pseudozufall wird mit einem deterministischen Algorithmus aus einem Startwert berechnet.

Warum ist ein Seed wichtig?

Der Seed initialisiert einen Pseudozufallszahlengenerator. Ein identischer Seed erzeugt bei demselben Verfahren normalerweise dieselbe Zahlenfolge.

Ist ein LFSR kryptografisch sicher?

Ein einfaches LFSR ist effizient, seine Struktur kann jedoch vorhersagbar sein. Für kryptografische Aufgaben sind dafür ausgelegte und geprüfte Verfahren erforderlich.

Welche physikalischen Quellen sind möglich?

Geeignet sein können elektronisches Rauschen und andere stochastische Messsignale. Die konkrete Quelle muss erfasst, überwacht und aufbereitet werden.

Was ist ein Random Bit Generator?

Ein Random Bit Generator liefert einzelne zufällige Binärwerte. Aus mehreren Bits können anschließend größere Zufallszahlen zusammengesetzt werden.