Netzwerktechnik · IP-Konfigurationen

IP-Netz

Ein IP-Netz überträgt Daten in Paketen nach den Regeln des Internet Protocol. Teilnetze, Router und Backbones bilden dabei eine flexibel erweiterbare Kommunikationsinfrastruktur.

FachbegriffEnglisch: IP networkAktualisiert am 14.08.2026
Netzwerkverkabelung in einem Rechenzentrum für IT Wissen

Was ist ein IP-Netz?

Ein IP-Netz ist ein Kommunikationsnetz, das mit dem IP-Protokoll und der Datenpaketvermittlung arbeitet. Informationen werden in einzelne Pakete gegliedert, adressiert und über geeignete Wege zum Ziel transportiert.

Das Gesamtnetz kann aus mehreren Teilnetzen bestehen. Router oder Switches binden diese Teilnetze an ein übergeordnetes Backbone an. Dieses Backbone stellt die zentrale Transportinfrastruktur bereit und kann das Internet oder ein anderes IP-basiertes Netzwerk sein.

Kurz zusammengefasst

  • IP-Netze übertragen adressierte Datenpakete.
  • Router verbinden getrennte Teilnetze und bestimmen Übertragungswege.
  • Ein Backbone übernimmt den leistungsfähigen Transport zwischen Netzbereichen.
  • Unterschiedliche Anwendungen können dieselbe IP-Infrastruktur nutzen.

Teilnetze, Router und Backbone

Größere IP-Infrastrukturen werden in logisch oder organisatorisch getrennte Bereiche gegliedert. Solche autonomen Systeme können über Core-Gateways miteinander kommunizieren. Die Gliederung erleichtert die Verwaltung, begrenzt lokale Datenverkehre und erlaubt die gezielte Auswahl von Routen.

Strukturierte Netzwerkkabel als Sinnbild für verbundene IP-Teilnetze
Mehrere Teilnetze werden über aktive Netzkomponenten zu einer gemeinsamen IP-Infrastruktur verbunden.

Der Anschlussbereich

Im Zugangsnetz bildet der Anschlussbereich die Verbindung zwischen dem übergeordneten Netz und dem jeweiligen Anschluss. Wesentliche Aufgaben übernehmen ein Broadband Network Gateway und ein Anschlussknoten.

Das Gateway bündelt Datenströme und übernimmt damit die Aggregation. Der Anschlussknoten stellt die weitere Verbindung bis zur Anschlussdose her. Je nach Zugangsart können Aufbau und verwendete Übertragungstechnik variieren.

Dienstgüte und konvergente Anwendungen

Die Flexibilität von IP-Netzen beruht darauf, dass verschiedene Kommunikationsformen über eine gemeinsame Infrastruktur übertragen werden können. Mechanismen für die Dienstgüte priorisieren bestimmte Datenströme, wenn Anwendungen unterschiedliche Anforderungen an Verzögerung, Bandbreite oder Paketverlust stellen.

Durch IP-Konvergenz lassen sich mehrere Dienste zusammenführen. Dazu zählen Internettelefonie, TDM over IP, IP-Storage, Fibre Channel over IP, Computer-Telefonie-Integration, Streaming Media, IPTV, Video over IP und Mobile IP.

Vom klassischen Netz zu All IP

Wenn Sprach-, Daten- und Mediendienste durchgehend paketbasiert bereitgestellt werden, spricht man von einem All-IP-Netz. IP-Netze sind daher eine Grundlage konvergenter Netzwerkarchitekturen und ein zentraler Bestandteil von Next Generation Networks. Das Internet ist das bekannteste Beispiel eines weltweit verbundenen IP-Netzes.

So ist ein IP-Netz gegliedert

Vier Funktionsbereiche helfen dabei, den Weg eines Datenpakets vom Anschluss bis zum entfernten Ziel einzuordnen.

Endpunkt

Ein Gerät erzeugt oder empfängt Daten und nutzt eine IP-Adresse zur Kommunikation.

Zugangsnetz

Der Anschlussknoten führt den lokalen Datenverkehr in die Netzinfrastruktur.

Aggregation

Gateways bündeln Verbindungen und übergeben Pakete an leistungsfähigere Netzbereiche.

Backbone

Das Kernnetz transportiert große Datenmengen zwischen Teilnetzen und autonomen Systemen.

Häufige Fragen zum IP-Netz

Kompakte Antworten auf zentrale Begriffe und Zusammenhänge.

Was unterscheidet ein IP-Netz vom Internet?

Ein IP-Netz ist jedes Netzwerk, das Daten nach dem Internet Protocol überträgt. Das Internet ist ein weltweiter Verbund sehr vieler eigenständiger IP-Netze.

Welche Aufgabe hat ein Router?

Ein Router verbindet unterschiedliche IP-Teilnetze. Er wertet Zieladressen aus und leitet Pakete über einen geeigneten nächsten Netzabschnitt weiter.

Was ist ein Teilnetz?

Ein Teilnetz ist ein abgegrenzter Adress- und Kommunikationsbereich innerhalb einer größeren IP-Infrastruktur. Die Aufteilung unterstützt Strukturierung und Verwaltung.

Warum benötigen manche Anwendungen Dienstgüte?

Zeitkritische Anwendungen reagieren empfindlich auf Verzögerungen, Schwankungen oder Paketverluste. Dienstgütemechanismen können ihren Datenverkehr entsprechend priorisieren.

Was bedeutet All IP?

All IP bezeichnet eine Infrastruktur, in der unterschiedliche Dienste wie Sprache, Daten und Medien durchgehend über IP-basierte Paketübertragung bereitgestellt werden.

Kann ein IP-Netz privat betrieben werden?

Ja. Unternehmen, Einrichtungen und Haushalte können eigene lokale oder standortübergreifende IP-Netze betreiben, die nicht öffentlich zugänglich sein müssen.