Eine Interaktion ist ein Vorgang, bei dem mindestens zwei Beteiligte aufeinander einwirken und ihr weiteres Verhalten durch die jeweilige Reaktion beeinflusst wird.
Was bedeutet Interaktion?
Der Begriff beschreibt keinen einseitigen Vorgang, sondern einen Austausch. Eine Aktion löst eine Reaktion aus, die wiederum den nächsten Schritt beeinflussen kann. Beteiligte können Menschen, technische Systeme, Programme, Geräte oder einzelne Softwarekomponenten sein.
In digitalen Anwendungen zeigt sich Interaktion beispielsweise beim Auswählen eines Bedienelements, beim Eingeben eines Befehls oder beim Bewegen eines Objekts auf einer grafischen Oberfläche. Das System interpretiert die Eingabe, ändert seinen Zustand und vermittelt das Ergebnis durch Text, Bild, Ton oder eine andere Rückmeldung.
Grundlegender Ablauf
Interaktion ist häufig ein wiederkehrender Regelkreis. Die Rückmeldung hilft der handelnden Person oder einem angeschlossenen System dabei, den nächsten Schritt auszuwählen.
Aktion oder Eingabe
Ein Mensch oder System übermittelt ein Signal, einen Befehl oder Daten.
Interpretation
Das empfangende System ordnet die Eingabe einem zulässigen Ereignis oder Zustand zu.
Verarbeitung
Regeln, Programmabläufe oder technische Komponenten bestimmen die Reaktion.
Rückmeldung
Eine sichtbare, hörbare oder maschinenlesbare Ausgabe zeigt das Ergebnis an.
Formen digitaler Interaktion
Mensch–Computer
Menschen bedienen Software über Tastatur, Zeiger, Berührung, Sprache oder andere Eingabegeräte.
Software–Software
Programme tauschen strukturierte Daten aus und reagieren auf Anfragen, Zustände oder Ereignisse.
Gerät–Gerät
Sensoren, Steuerungen und vernetzte Geräte übermitteln Messwerte und Steuerbefehle.
Mensch–Mensch
Digitale Kommunikationssysteme vermitteln Nachrichten und ermöglichen gemeinsame Bearbeitung.
Interaktion und Schnittstellen
Damit Beteiligte miteinander interagieren können, benötigen sie eine verständliche Schnittstelle. Bei Menschen ist dies die Benutzungsoberfläche. Zwischen Programmen übernehmen definierte Softwareschnittstellen, Datenformate oder Protokolle diese Aufgabe.
Eine Schnittstelle legt fest, welche Eingaben möglich sind, wie sie übermittelt werden und welche Antworten erwartet werden können. Unklare Zustände, fehlende Rückmeldungen oder widersprüchliche Bedienelemente erschweren die Interaktion.
Merkmale guter Interaktionsgestaltung
- Erkennbarkeit: Mögliche Aktionen und der aktuelle Zustand sind verständlich dargestellt.
- Rückmeldung: Das System bestätigt Eingaben zeitnah und eindeutig.
- Konsistenz: Ähnliche Aktionen führen in vergleichbaren Situationen zu ähnlichen Ergebnissen.
- Fehlertoleranz: Fehler werden verständlich erklärt und lassen sich möglichst korrigieren.
- Zugänglichkeit: Bedienwege berücksichtigen unterschiedliche Geräte und Fähigkeiten.
Abgrenzung zu Kommunikation
Kommunikation konzentriert sich auf die Übertragung und Bedeutung von Informationen. Interaktion umfasst darüber hinaus das gegenseitige Handeln und die daraus entstehenden Zustandsänderungen. Kommunikation kann Teil einer Interaktion sein; nicht jede technische Datenübertragung führt jedoch automatisch zu einer wechselseitigen Handlung.
Einfaches Beispiel
Beim Speichern eines Dokuments löst die Auswahl des Befehls eine Verarbeitung aus. Die Anwendung prüft Daten und Ziel, führt den Vorgang aus und zeigt anschließend den neuen Status an. Erst diese verständliche Rückmeldung macht den Ablauf für die nutzende Person nachvollziehbar und ermöglicht den nächsten Schritt.